Egal wie groß die Feier wird und ob ihr zusätzlich frei oder kirchlich heiratet: Rechtlich verheiratet seid ihr in Deutschland erst nach der Trauung im Standesamt. Damit dort alles glatt läuft, solltet ihr ein paar Dinge rechtzeitig erledigen. Hier ist der Überblick, von der Anmeldung bis zum Ja-Wort.
Wann ihr die Eheschließung anmelden könnt
Die Anmeldung ist frühestens sechs Monate vor eurem Wunschtermin möglich und gilt dann sechs Monate lang. In dieser Zeit könnt ihr in jedem Standesamt in Deutschland heiraten, nicht nur in eurem Wohnort. Ihr meldet euch bei dem Standesamt an, in dessen Bezirk einer von euch wohnt.
Wichtig: Beliebte Trautermine, vor allem Samstage im Sommer und besondere Daten, werden bei vielen Standesämtern schon früher reserviert. Fragt deshalb so früh wie möglich nach, ob ihr euren Wunschtermin vormerken lassen könnt.
Diese Unterlagen braucht ihr
Wenn ihr beide ledig seid, die deutsche Staatsangehörigkeit habt und in Deutschland geboren seid, braucht ihr in der Regel:
- gültigen Personalausweis oder Reisepass
- einen beglaubigten Ausdruck aus dem Geburtenregister, den ihr beim Standesamt eures Geburtsorts bekommt (Achtung: das ist nicht die normale Geburtsurkunde)
- eine erweiterte Meldebescheinigung mit Familienstand, falls euer Standesamt sie nicht selbst abrufen kann
Die Unterlagen dürfen bei der Anmeldung nicht zu alt sein, meist höchstens sechs Monate. Wart ihr schon einmal verheiratet, habt Kinder oder einer von euch hat eine andere Staatsangehörigkeit, kommen weitere Dokumente dazu. Ruft am besten vorher kurz bei eurem Standesamt an und fragt nach, was ihr genau mitbringen müsst. Das spart euch einen zweiten Termin.
Was kostet das Standesamt?
Die Gebühren unterscheiden sich je nach Bundesland und Gemeinde. Als Beispiel: In Berlin kostet die Anmeldung 45 Euro, jede Eheurkunde 12 Euro. Zuschläge kommen dazu, wenn ihr außerhalb der Öffnungszeiten heiratet, an einem besonderen Trauort oder in einem anderen Standesamt als dem, bei dem ihr angemeldet seid. Plant dafür zusammen mit den Urkunden lieber etwas mehr ein. Wie das Standesamt in euer Gesamtbudget passt, lest ihr in unserem Beitrag Was kostet eine Hochzeit?
Den Nachnamen festlegen
Spätestens bei der Anmeldung solltet ihr euch über den Namen einig sein. Ihr könnt einen gemeinsamen Ehenamen wählen oder jeweils euren bisherigen Namen behalten. Seit Mai 2025 ist außerdem ein gemeinsamer Doppelname möglich, den dann beide tragen. Sprecht das in Ruhe miteinander ab, denn der Name betrifft später auch eure Kinder.
Braucht ihr Trauzeugen?
Nein. Trauzeugen sind im Standesamt schon lange keine Pflicht mehr. Ihr dürft aber bis zu zwei Trauzeugen mitbringen, und die meisten Paare machen das auch gern. Die Trauzeugen müssen volljährig sein und brauchen am Tag der Trauung ihren Ausweis.
So läuft die Trauung ab
Die standesamtliche Trauung dauert meist etwa 20 bis 30 Minuten:
- Begrüßung durch den Standesbeamten oder die Standesbeamtin
- eine kurze, oft persönliche Ansprache
- das Ja-Wort
- die Unterschriften von euch beiden und den Trauzeugen
- Ringtausch und erster Kuss als Ehepaar
- Übergabe der Eheurkunde
Viele Standesämter erlauben Musik, Lesungen oder eigene Worte. Fragt beim Vorgespräch einfach nach. Klärt auch, wie viele Gäste in den Trausaal passen und ob Fotos erlaubt sind.
Besondere Trauorte im Norden
Ihr müsst nicht im Rathaus heiraten. Viele Gemeinden haben besondere Trauorte, zum Beispiel ein historisches Schloss, eine Mühle, ein Schiff oder sogar einen Leuchtturm. Fragt bei eurem Standesamt nach, welche Möglichkeiten es in eurer Region gibt.
Standesamt plus freie Trauung
Viele Paare heiraten erst im kleinen Kreis im Standesamt und feiern dann mit allen Gästen eine freie Trauung. Wie das funktioniert, lest ihr in unserem Beitrag zur freien Trauung. Passende Trauredner, Locations und alle anderen Dienstleister findet ihr auf den Terminen in unserer Übersicht der Hochzeitsmessen.